Nun wird er schon seit 90 Generationen in Tierfarmen gehalten – der Nerz – und fühlt sich offenbar recht wohl.
Die hervorragende Fellqualität der Farmnerze sind Beweis dafür! – meinen wir Kürschner.
Allein die immense Haltbarkeit eines Bekleidungsstückes aus Nerz zwingt aus ökologischen Gründen zur Zucht.
> Warum Pelz ein Öko-Produkt ist



Für jeden Zuchtnerz führt der Züchter
eine Stammkarte, auf der Entwicklung
und Merkmale festgehalten werden.




Erfolgreiche Pelztierzucht erfordert ein hohes
Mass an Aufmerksamkeit und Zuwendung.
Knapp die Hälfte des Fellaufkommens stammt aus Tierfarmen.
Dies hat die Nachfrage nach Wildtierpelzen entscheidend entlastet. Auch die Möglichkeit, durch Mutation ( Erbveränderung ) zum Beispiel bei Nerz eine große Palette von Farbnuancen ( dark, pastell, saphir, palomino, lutetia, weiß, usw.) entstehen zu lassen, war für das Kürschnerhandwerk von großer Bedeutung.

Staatliche Forschungsanstalten und Züchtervereinigungen haben in den skandinavischen Ländern präzise
Normen für die Pelztierzucht aufgestellt. Dem wissenschaftlichen Fortschritt folgte die jeweils staatliche Gesetzgebung – heute die EU-Gesetzgebung.

Züchterverbände, Tierschutzorganisationen und Veterinärdienste wurden in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden. An der strengen Einhaltung der jeweils geltenden Zuchtgesetze sind wir Kürschner besonders interessiert, da wir unserer begeisterten Pelzkundin gegenüber in gewissem Umfang Rechenschaft schuldig sind, unter welchen Umständen Pelztiere gehalten werden.
Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen in der Zucht – wo auch immer – wenn sie uns zur Kenntnis gebracht und bewiesen werden – verfolgen die Kürschner-Innungen in Bayern mit.


Nerze werden gezüchtet in
jährlich etwa

Dänemark
USA
Holland
Finnland
GUS
Schweden
Kanada
sonstige

11,0 Mio.
3,0 Mio.
2,2 Mio.
2,0 Mio.
2,0 Mio.
1,3 Mio.
1,0 Mio.
3,5 Mio.


Füchse kommen
aus Zuchtbetrieben in
jährlich etwa

Finnland
Norwegen
GUS
Polen
sonstige

2,7 Mio.
0,6 Mio.
0,6 Mio.
0,3 Mio.
0,4 Mio.


Nutria, Finn-Raccon, Iltis und Chinchilla
werden in geringer Zahl gezüchtet, unter
anderem in Polen und den baltischen Staaten.


Nerze und Füchse leben in Gehegen aus galvanisiertem, rostfreiem und kunststoffbeschichtetem Material. Die Käfiggrößen und die Größen der Nistkästen bei Nerz sind vorgeschrieben.
Die Tiere werden täglich mit frischem, hygienisch einwandfreiem Futter versorgt und verfügen den ganzen Tag über frisches Trinkwasser. Das
Futter in Scandinavien besteht aus Fischabfällen, Fleisch, Fleischabfällen, Zerealien, Kraut, Gemüse, Milch und Mineralien.

Farmpelztiere sind domestiziert.
Das Verhalten ist gegenüber der Wildform genetisch verändert wie bei Hühnern und Schweinen auch. Die rege Fortpflanzung in Gefangenschaft ist alleine schon ein Beweis für artgerechte Haltung.

Trotzden wird im Interesse von zehntausenden kleiner, mittelständischer, bäuerlicher Kleinbetriebe weiter an der Verbesserung der Zuchtbedingungen gearbeitet.


Reinhold Metz, Nürnberg    •    Home